Wenn du im Sommer an der Ostsee baden gehst, begegnest du ihnen fast immer: den sanft schwebenden, fast durchsichtigen Ohrenquallen. Viele Urlauber erschrecken im ersten Moment, dabei gehören diese faszinierenden Tiere ganz selbstverständlich zum Lebensraum der Ostsee. Und das Beste: Sie sind vollkommen harmlos. In diesem Beitrag erfährst du, warum Ohrenquallen an der Ostsee so häufig vorkommen, wie du sie sicher erkennst und wie du dich verhalten solltest, wenn du ihnen im Wasser begegnest.
- Ohrenquallen sind die häufigsten Quallen an der Ostsee und für Menschen praktisch ungefährlich.
- Sie treten vor allem im Sommer auf, wenn das Wasser warm, ruhig und planktonreich ist.
- Die vier kreisförmigen „Ohren“ im Inneren sind das klare Erkennungsmerkmal.
- Feuerquallen sind selten – und lassen sich sehr gut von Ohrenquallen unterscheiden.
- Auch große „Quallenblüten“ sind unbedenklich und Teil des natürlichen Ökosystems.
Was Ohrenquallen an der Ostsee so besonders macht
Die Ohrenqualle (Aurelia aurita) ist die wohl bekannteste Quallenart Europas – und an der Ostsee besonders häufig anzutreffen. Ihr rundlicher, fast durchsichtiger Körper wirkt im Sonnenlicht beinahe schillernd. Das markanteste Merkmal sind die vier kreisförmigen Strukturen im Inneren, die wie Ohren aussehen und der Art ihren Namen geben.
Typische Eigenschaften:
- Durchmesser von 15 bis 25 cm
- vier deutlich sichtbare „Ohren“
- sanfte, rhythmische Schwimmbewegungen
- kaum spürbarer Nesselsaft
- häufig in großen Gruppen („Blüten“)
Viele unterschätzen, wie elegant sich Ohrenquallen bewegen. Sie sind keine Jäger, sondern treiben entspannt mit den Strömungen und filtern winziges Plankton aus dem Wasser. Ein Tier, das eher beruhigend wirkt als bedrohlich.
Sind Ohrenquallen für Menschen gefährlich?
Die wichtigste Antwort gleich vorweg: Nein, Ohrenquallen sind für Menschen praktisch ungefährlich. Ihre Nesselzellen sind so schwach, dass sie die menschliche Haut kaum reizen können. Selbst wenn du beim Schwimmen direkt mit einer Ohrenqualle in Kontakt kommst, passiert in der Regel überhaupt nichts.
Zum Vergleich: Die gefürchtete Feuerqualle kommt zwar an der Ostsee vor, ist aber deutlich seltener – und sofort erkennbar. Ihre gelblich-orangene Färbung und langen Tentakel unterscheiden sie klar von der friedlichen Ohrenqualle.
Warum es an der Ostsee so viele Ohrenquallen gibt
Die Ostsee ist für Ohrenquallen ein idealer Lebensraum. Das hat mehrere Gründe: Das Wasser ist deutlich weniger salzhaltig als zum Beispiel die Nordsee, es erwärmt sich im Sommer schnell und bietet große Mengen an Plankton – der Hauptnahrung der Tiere.
Weitere Faktoren, die Ohrenquallen begünstigen:
- warmes Oberflächenwasser im Sommer
- ruhige Strömungen und windarme Tage
- flache, geschützte Küstenbereiche
- hohes Planktonangebot durch Nährstoffe und Licht
Besonders in warmen Jahren treten große Schwärme auf, die als „Quallenblüten“ bezeichnet werden. Sie sehen spektakulär aus – sind aber für Badegäste völlig ungefährlich.
Wie du dich verhalten solltest, wenn viele Ohrenquallen da sind
Auch wenn Ohrenquallen harmlos sind, gibt es ein paar praktische Tipps für einen entspannten Badetag:
- Ruhig bleiben – Berührungen sind nahezu immer reizlos.
- Nicht auf gestrandete Quallen treten (rutschig!).
- Kinder vorher informieren, damit keine unnötige Angst entsteht.
- Bei extrem großen Ansammlungen einfach ein paar Meter weitergehen.
Bade-Tipp: Wenn du Quallen siehst, wirf einen Blick auf die vier kreisförmigen Strukturen. Sind sie vorhanden, handelt es sich fast sicher um die harmlose Ohrenqualle.
Wann treten Ohrenquallen am häufigsten auf?
Die Hauptsaison für Ohrenquallen ist von Juni bis September. In besonders warmen Sommern können sie sogar bis Oktober sichtbar bleiben. Je wärmer das Wasser ist, desto wohler fühlen sie sich – und desto häufiger siehst du sie.
Wenn du wissen möchtest, wie warm die Ostsee gerade ist, findest du hier aktuelle Messwerte:
Aktuelle Wassertemperaturen an der Ostsee
Fazit: Ein natürlicher, harmloser und faszinierender Teil der Ostsee
Ohrenquallen gehören zum Ostseesommer einfach dazu. Sie sind weder gefährlich noch ein Zeichen für schlechte Wasserqualität – im Gegenteil: Ihre Anwesenheit zeigt oft, dass viel Plankton im Wasser ist, von dem wiederum viele Meeresarten profitieren. Wenn du ihnen im Wasser begegnest, kannst du entspannt weiterbaden und vielleicht sogar einen Moment innehalten, um ihre ruhige, schwebende Bewegung zu beobachten. Gerade Kinder finden diese Tiere oft faszinierender als alles andere im Meer.




