Die Artenvielfalt Ostsee ist viel beeindruckender, als es auf den ersten Blick scheint. Trotz ihres geringen Salzgehalts und ihres jungen Alters beheimatet die Ostsee eine enorme Bandbreite an Fischen, Meeressäugern, Vögeln, Pflanzen und wirbellosen Tieren. Viele davon sind perfekt an die besonderen Bedingungen des Brackwassers angepasst. In diesem Artikel zeige ich dir, welche Arten typisch sind, warum die Ostsee ökologisch so einzigartig ist und was du selbst tun kannst, um dieses wertvolle Ökosystem zu schützen.
- Die Artenvielfalt Ostsee vereint Meeres- und Süßwasserarten – weltweit selten.
- Schweinswale, Dorsche, Seegraswiesen und Seeadler zählen zu den Schlüsselarten.
- Überfischung, Erwärmung, Mikroplastik und Nährstoffeinträge sind die größten Bedrohungen.
- Mit kleinen Entscheidungen kannst du die Ostsee aktiv unterstützen.
Warum die Artenvielfalt Ostsee so besonders ist
Die Ostsee entstand erst vor rund 8.000 Jahren und gehört damit zu den jüngsten Meeren der Erde. Ihr geringer Salzgehalt sorgt dafür, dass hier sowohl Meeres- als auch Süßwasserarten vorkommen – eine Kombination, die es weltweit kaum gibt. Eine ausführliche wissenschaftliche Einführung findest du beim GEOMAR Helmholtz-Zentrum: GEOMAR – Ozeanforschung Kiel.
Je weiter du nach Osten kommst, desto süßer wird das Wasser. Genau diese Übergänge zwischen salzig und fast süß machen die Ostsee zu einem der spannendsten Lebensräume Europas und prägen die gesamte Artenvielfalt Ostsee.
Fische – die wichtigsten Bewohner unter Wasser
Ein großer Teil der Artenvielfalt in der Ostsee entfällt auf Fischarten. Ihre Bestandsentwicklung wird unter anderem vom Umweltbundesamt dokumentiert.
Typische Meeresfische
- Dorsch/Kabeljau – ökologisch bedeutend, aber stark gefährdet
- Hering – einer der wichtigsten Nahrungsketten-Fische
- Sprotte – zentrale Beute für viele Räuber
- Flunder – extrem anpassungsfähig
- Hornhecht – Wanderfisch im Frühjahr
Süßwasserarten
- Barsch
- Hecht
- Zander
- Brassen
Besonders in Bodden und sehr flachen Küstenzonen findest du viele dieser Arten – ein echtes Paradies für Angler und Naturbegeisterte und ein wichtiger Teil der Artenvielfalt Ostsee.
Meeressäuger – selten, aber faszinierend
Zur Artenvielfalt Ostsee gehören auch mehrere Meeressäuger, die stark auf Schutz angewiesen sind. Mehr dazu findest du beim NABU: NABU – Schweinswale in der Ostsee.
- Schweinswal – einziger heimischer Wal, stark gefährdet
- Kegelrobbe – stark wachsende Bestände
- Seehund – vor allem im Westen anzutreffen
Der Schweinswal ist übrigens ein sogenannter Indikator: Geht es ihm schlecht, geht es der Ostsee schlecht – und damit der gesamten Artenvielfalt Ostsee.
Vögel – Küsten, Schilf & Bodden als Lebensraum
Die Küstenregionen der Ostsee gehören zu den vogelreichsten Gebieten Europas. Eine Übersicht bekommst du beim Bundesamt für Naturschutz.
- Kormoran
- Seeadler
- Lach-, Silber- & Sturmmöwe
- Eiderente
- Brandgans
- Flussseeschwalbe
- Graureiher & Silberreiher
Küstenvögel profitieren besonders von Schilfzonen und flachen Bodden – ideale Brut- und Rückzugsräume, die entscheidend für die Artenvielfalt an der Ostsee sind.
Pflanzen & Algen – die Grundlage des Lebens
Pflanzen sind die Basis der Artenvielfalt Ostsee. Mehr Infos findest du beim WWF: WWF – Meere & Küsten.
- Seegraswiesen – Kinderstube & CO₂-Speicher
- Braunalgen
- Grünalgen
- Schilf
Seegraswiesen speichern übrigens bis zu zehnmal mehr CO₂ als Wälder an Land – ein echter Klimaschützer und ein Herzstück der Artenvielfalt in der Ostsee.
Wirbellose Tiere – unterschätzt, aber entscheidend
- Miesmuscheln
- Seesterne
- Strandkrabben
- Ohrenquallen
- Flohkrebse & Würmer
Sie filtern Wasser, belüften Sedimente und sind ein zentrales Element in der Nahrungskette. Ohne diese unscheinbaren Arten würde die Artenvielfalt Ostsee schnell aus dem Gleichgewicht geraten.
Bedrohungen der Artenvielfalt Ostsee
Die größten Gefahren werden regelmäßig von HELCOM dokumentiert: HELCOM – Baltic Marine Environment Protection Commission.
- Überfischung
- Nährstoffeinträge durch Landwirtschaft
- Mikroplastik & Müll
- Erwärmung & Sauerstoffarmut
- Rückgang von Seegraswiesen
Gerade die Erwärmung trifft die Ostsee hart, weil das Wasser nur sehr langsam ausgetauscht wird – bis zu 30 Jahre Verweildauer. Das bedeutet: Belastungen bleiben lange im System und wirken direkt auf die Artenvielfalt Ostsee.
Wie du selbst die Ostsee schützen kannst
- Müll reduzieren & am Strand mitnehmen
- keine Pflanzen oder Tiere entnehmen
- regional gefangenen Fisch bevorzugen
- umweltfreundliche Sonnencreme nutzen
- Schutzorganisationen wie NABU & WWF unterstützen
Schon kleine Gewohnheiten können einen spürbaren Unterschied machen – und du setzt ein Zeichen für eine gesunde Artenvielfalt Ostsee.
Spannende Entwicklungen & Beobachtungen
Wenn du regelmäßig an die Ostsee fährst, entdeckst du vielleicht selbst Veränderungen:
- mehr Grünalgen nach Starkregen → Nährstoffüberschuss
- Quallen im Spätsommer → warmes Wasser
- Seegrasbänder am Ufer → oft positiver Hinweis auf gesunde Wiesen
- Kegelrobben kommen an viele Strände zurück
Die Forschung nutzt heute Drohnen, Satellitenbilder und eDNA – eine Methode, die Arten allein über Wasserproben nachweist. So lässt sich die Ostsee viel genauer beobachten als früher, und die Entwicklung der Artenvielfalt Ostsee kann besser eingeschätzt werden.
Beobachtungstipp: Besonders viele Arten findest du am Darßer Weststrand, im Peenemünder Haken, rund um Fehmarn oder in der Hohwachter Bucht – ideal für Naturfans, die die Artenvielfalt an der Ostsee live erleben wollen.
Fazit: Die Artenvielfalt Ostsee ist wertvoll – und empfindlich
Die Artenvielfalt Ostsee umfasst unzählige Fisch-, Pflanzen-, Vogel- und Meeressäugerarten. Sie macht die Ostsee zu einem einzigartigen Naturraum, der gleichzeitig stark bedroht ist. Je bewusster wir uns verhalten, desto größer ist die Chance, dass kommende Generationen diese Vielfalt weiterhin erleben können.
Aktuelle Wassertemperaturen & Küsteninfos findest du hier: wassertemperatur-ostsee.de




